Text, Textur, Kontext. Kontrec.
Auch was Schrift und Sprache betrifft, die in Kontrec’ Werk mehr oder minder offenkundig stets anwesend sind, gehört ihr besonders Interesse den archaischen Formen. Sie lässt sich ebenso von phönizischer Schrift oder den bildhaften Buchstabenformen der Glagoliza (des ersten slawischen Alphabets aus dem 9. Jahrhundert) wie von Schriftzeichen des Sanskrit inspirieren. Schrift ist für sie Mittel der Weltaneignung und -ausdeutung, Sinn und bildhafte Form, materieller Signifikant und magisches Zeichen. In Kontrec’ Werk durchlaufen die Buchstaben verschiedene Bedeutungsebenen und, damit verbunden, unterschiedliche Materialisationen wie etwa Papier, Gips, Ton, Stein, Bronze Gold und Kunstharz. In ihnen verdichten sich materielle Präsenz und immaterielle Bedeutung, Laut und Klang bei gleichzeitiger, oft vage anthropomorpher Figürlichkeit und plastischer Prägnanz. Kontrec’ Schrift-Bilder sind Palimpseste, welche die Simultaneität und Vielschichtigkeit von Sprache / Schrift / Kommunikation darstellen.